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Wissenswertes über:

Neurodermitis & Überforderung bei Eltern

Neurodermitis & Überforderung bei Eltern

Neurodermitis betrifft nicht nur das Kind. Sie greift tief in den Familienalltag ein – oft schleichend, manchmal mit voller Wucht. Viele Eltern fühlen sich dauerhaft angespannt, erschöpft oder innerlich zerrissen zwischen Fürsorge, Verantwortung und dem Wunsch, endlich helfen zu können.

Wenn der Alltag von Hautpflege, Juckreiz, schlaflosen Nächten und Sorgen geprägt ist, bleibt wenig Raum für Entlastung. Überforderung entsteht nicht, weil Eltern zu wenig tun – sondern weil sie über lange Zeit sehr viel tragen.

Wenn die Belastung still wächst

Überforderung zeigt sich bei Eltern auf unterschiedliche Weise. Manche fühlen sich ständig unter Druck, alles richtig machen zu müssen. Andere verlieren zunehmend den Zugang zu ihrer eigenen Ruhe oder Kraft.

Häufige Anzeichen elterlicher Überforderung sind:

  • anhaltende Erschöpfung oder Schlafmangel
  • ständiges Grübeln und Sorgen um das Kind
  • das Gefühl, nie abschalten zu können
  • innere Anspannung oder Reizbarkeit
  • Hilflosigkeit trotz vieler Bemühungen

Diese Belastung bleibt selten ohne Wirkung – weder für die Eltern noch für das Kind.

Warum Überforderung das System beeinflusst

Kinder sind eng mit dem emotionalen Zustand ihrer Bezugspersonen verbunden. Ist das elterliche Nervensystem dauerhaft angespannt, wirkt sich das oft auch auf das Kind aus – ganz ohne Worte.

Das bedeutet nicht, dass Eltern „schuld“ an den Symptomen sind. Es zeigt vielmehr, wie eng Familienmitglieder miteinander verbunden sind und wie wichtig Entlastung auf allen Ebenen ist.

Zwischen Verantwortung und Selbstfürsorge

Viele Eltern stellen ihre eigenen Bedürfnisse lange zurück. Doch ohne ausreichend Stabilität und innere Ruhe wird es immer schwerer, dem Kind Sicherheit zu vermitteln.

Entlastung kann bedeuten:

  • eigene Grenzen wahrzunehmen
  • Druck und Schuldgefühle zu hinterfragen
  • Unterstützung anzunehmen
  • wieder mehr Klarheit im Umgang mit der Situation zu gewinnen

Schon kleine Veränderungen können spürbar wirken – für das gesamte Familiensystem.

Ein Raum für Orientierung und Entlastung

In der Begleitung geht es darum, Eltern zu stärken, nicht zu bewerten. Gemeinsam wird geschaut, was aktuell belastet, was trägt und wo neue Handlungsspielräume entstehen können.

Wenn Eltern sich innerlich stabilisieren dürfen, verändert sich oft auch die Atmosphäre im Alltag – und damit die Grundlage für Regulation beim Kind.

Wenn Sie sich selbst kaum noch spüren

Vielleicht merken Sie, dass Sie nur noch funktionieren. Oder dass die Sorge um Ihr Kind alles andere überlagert. Dann ist es kein Zeichen von Schwäche, innezuhalten – sondern ein wichtiger Schritt.

Mehr zur Neurodermitissprechstunde & Erstgespräch anfragen


FAQ: Überforderung von Eltern bei Neurodermitis

Ist es normal, sich bei Neurodermitis überfordert zu fühlen?

Ja. Die dauerhafte Belastung durch Symptome, Schlafmangel und Sorge führt bei vielen Eltern zu Erschöpfung. Dieses Gefühl ist verständlich und kein Zeichen von Versagen.

Kann meine eigene Anspannung mein Kind beeinflussen?

Kinder nehmen emotionale Zustände sehr fein wahr. Eine hohe innere Anspannung bei Eltern kann sich auf das kindliche Nervensystem auswirken – oft unbewusst.

Heißt das, ich bin mitverantwortlich für die Symptome?

Nein. Verantwortung bedeutet nicht Schuld. Es geht darum zu verstehen, wie Entlastung im Familiensystem wirken kann – nicht darum, Ursachen bei Eltern zu suchen.

Wie kann ich mich entlasten, ohne mein Kind im Stich zu lassen?

Entlastung stärkt Ihre Präsenz und Stabilität. Wenn Sie besser für sich sorgen, schaffen Sie auch für Ihr Kind mehr Sicherheit.

Warum fällt es mir schwer, Hilfe anzunehmen?

Viele Eltern fühlen sich verantwortlich, alles allein tragen zu müssen. Unterstützung anzunehmen ist jedoch ein wichtiger Schritt, um langfristig handlungsfähig zu bleiben.

Kann eine Begleitung auch mir als Elternteil helfen?

Ja. Die Begleitung richtet sich bewusst auch an die Eltern. Entlastung, Orientierung und innere Stabilisierung sind zentrale Bestandteile.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Unterstützung?

Wenn Erschöpfung, innere Unruhe oder das Gefühl von Ausweglosigkeit zunehmen, ist es sinnvoll, nicht weiter allein durchzuhalten.

Was passiert im Erstgespräch?

Im Erstgespräch klären wir Ihre Situation, Ihre Belastung und mögliche nächste Schritte. Ziel ist Orientierung und erste Entlastung.

Ersetzt diese Begleitung eine medizinische Behandlung?

Nein. Sie ergänzt medizinische Maßnahmen, ersetzt sie aber nicht.